Die Strafe für den Kleinhandel mit Drogen in Italien
Das italienische Recht behandelt die Tat von geringerem Gewicht als eigenständiges Delikt, nicht als Strafrahmenverschiebung. Der Rahmen ist eng, wurde zuletzt zweimal angehoben, und seine Höhe entscheidet darüber, ob Untersuchungshaft überhaupt möglich ist.
Angewandte Vorschrift: Art. 73 c.5 D.P.R. 309/1990
Geprüft am 17/08/2026.
Die drohende Freiheitsstrafe
Artikel 73 Absatz 5 des Betäubungsmittelgesetzes sieht sechs Monate bis fünf Jahre Freiheitsstrafe und eine Geldstrafe von 1.032 bis 10.329 Euro vor.
Dieselbe Vorschrift enthält eine zweite, strengere Fassung. Werden die Taten als nicht vereinzelt bewertet, lautet der Rahmen achtzehn Monate bis fünf Jahre, mit Geldstrafe von 2.500 bis 10.329 Euro. Die Obergrenze bleibt gleich, die Untergrenze verdreifacht sich. Welche Fassung greift, ist meist der am härtesten umkämpfte Punkt.
Warum die Obergrenze mehr wiegt, als sie scheint. Sie wurde 2023 durch das Caivano-Dekret von vier auf fünf Jahre angehoben. Dieses eine Jahr hat das Delikt über die Schwelle gehoben, ab der Untersuchungshaft in einer Anstalt angeordnet werden darf. Bei vier Jahren war dieser Weg praktisch versperrt, bei fünf ist er offen.
Eine Änderung von 2026 hat zudem gewohnheitsmäßige und fortgesetzte Begehung aus dem Anwendungsbereich der milderen Fassung herausgenommen. Wo sie vorliegt, wird die Tat nicht mehr nach dieser Vorschrift bestraft und die genannten Rahmen beschreiben sie nicht.
Ihre Möglichkeiten
Drei Wege stehen wirklich offen, und sie führen an unterschiedliche Orte.
- Die messa alla prova. Der italienische Verfassungsgerichtshof hat 2025 entschieden, dass dieses Delikt dafür in Betracht kommt, und damit die durch die Anhebung von 2023 entstandene Lage korrigiert. Erfolgreich abgeschlossen, lässt sie die Tat erlöschen.
- Das patteggiamento. Eine mit der Staatsanwaltschaft vereinbarte und vom Richter gebilligte Strafe. Schnell und begrenzt das Risiko, wird aber eingetragen.
- Das rito abbreviato. Ein Abschlag von einem Drittel auf die verhängte Strafe, im Austausch gegen den Verzicht auf die Beweisaufnahme.
Die Wahl fällt selten auf die kürzeste Strafe. Sie fällt danach, ob Sie sich einen Eintrag leisten können und ob das Verfahren vor Ablauf eines Aufenthaltstitels enden muss.
Die Vollstreckung der Strafe
Eine kurze Freiheitsstrafe bedeutet in Italien nicht zwangsläufig Haft. Unterhalb bestimmter Schwellen kann sie unter Aufsicht außerhalb einer Anstalt vollstreckt werden, und diese Schwellen wurden 2022 neu gefasst.
Wer nicht in Italien wohnt, hat es schwerer — nicht weil das Gesetz ihn ausschließt, sondern weil diese Maßnahmen eine feste Anschrift und eine tatsächlich ausübbare Aufsicht voraussetzen. Wo Sie wohnen werden, ist deshalb ein früh vorzubereitendes Argument.
Als Angehöriger eines anderen Mitgliedstaats kann die Strafe grundsätzlich zur Vollstreckung im Heimatland übertragen werden, auf Grundlage der gegenseitigen Anerkennung freiheitsentziehender Sanktionen.
Die Folgen für Ihr Aufenthaltsrecht
Eine Betäubungsmittelverurteilung gehört zu denen, die einen Aufenthaltstitel am unmittelbarsten gefährden, und die Wirkung hängt nicht davon ab, ob es tatsächlich zur Haft kommt.
Eine Verurteilung kann die Versagung oder den Widerruf des Titels tragen, und Betäubungsmitteldelikte sind ausdrücklich unter den Ausweisungsgründen genannt. Das patteggiamento zählt dabei mit: die Strafabsprache beendet das Strafverfahren, sie beseitigt die ausländerrechtliche Folge nicht.
Bei einem Antrag auf Staatsbürgerschaft oder Daueraufenthalt genügt bereits ein laufendes Verfahren, um das Vorhaben zu blockieren, noch bevor eine Verurteilung vorliegt.
Wir antworten auf den Sachverhalt Ihres Falles, nicht abstrakt. Rufen Sie an unter +39 335 669 3954 oder schreiben Sie über WhatsApp. Der erste Kontakt ist kostenlos und vertraulich, wir sind zu jeder Zeit erreichbar, und Sie müssen nicht in Italien sein.
Häufige Fragen
Welche Strafe droht für Kleinhandel in Italien?
Artikel 73 Absatz 5 sieht sechs Monate bis fünf Jahre Freiheitsstrafe und 1.032 bis 10.329 Euro Geldstrafe vor. Bei nicht vereinzelten Taten steigt der Rahmen auf achtzehn Monate bis fünf Jahre mit 2.500 bis 10.329 Euro.
Angewandte Vorschriften
- Art. 73 Abs. 5 D.P.R. 309/1990
- Gesetz Nr. 159/2023 (Caivano-Dekret)
- Italienischer Verfassungsgerichtshof, Entscheidung Nr. 90/2025
Geprüft am 17/08/2026. Die Strafrahmen des italienischen Rechts ändern sich; wenn Sie diese Seite viel später lesen, fragen Sie uns nach einer Bestätigung.
